Do it yourself – Wie und warum man eine Gitarre eigentlich modifiziert.

Hört man routinierte Musiker über ihre Instrumente sprechen, klingt das häufig nach einer echten Liebesbeziehung. Eric Clapton und seine Blacky, U2-Gitarrist The Edge und seine Explorer oder Paul McCartney und sein Höfner-Bass. …Das Instrument ist irgendwie ein feste Teil der musikalischen Persönlichkeit. Daher ist die Auswahl des Instrumentes ein sensible Sache – genau so wie das anschließende Anpassen an die eigenen Bedürfnisse und Wünsche.

Mit der Zeit entdeckt jeder (hoffentlich) seine Gitarre, die irgendwie einfach passt. Aber dann tauchen doch noch Wüsche oder Ideen auf. „Wenn ich jetzt noch einen fettere Sound daraus bekommen könnte.“ „Wenn dieser blöde Deadspot nicht wäre.“ oder „Wenn ich irgendwie leichter an das Volume-Poti käme“

Zum Glück sind Gitarren weder mechanisch noch elektronisch Hexerei. Gerade unsere geliebten Telecasters sind eigentlich sogar recht simpel aufgebaut. Das lädt geradezu zum Modifizieren ein. Am Beginn steht da meist ein Wunsch an das Instrument. Vielleicht soll durch eine trickreiche neue Schaltung eine neue Klangoption her. Oder es geht eher um die Ergonomie und das Handling der Gitarre.

Modifikationen müssen dabei nicht aufwändig und teuer sein, um große Wirkungen zu zeigen. Ein tolles Beispiel: Einfach mal die Kontrollplatte an der Telecaster umdrehen. Normalerweise sitz ja der Pickup-Wahlschalter oben, das Volume-Poti in der Mitte und der Tone-Regler ganz unten. Wenn man die Platte, auf der diese Regler sitzen, aber um 180° dreht, sitzt das Volume-Poti plötzlich auf der idealen Höhe, um es mit dem kleinen Finger mitten im Spielen zu bedienen. Gleichzeitig ist der Pickup-Wahlschalter weit weg und so gut vor versehentlichem Verstellen geschützt.

So eine Modifikation braucht 30 Minuten, wenig Werkzeug und nicht mal einen Lötkolben. Aber vielleicht ist es ja genau die Änderung, die ihr euch vom Handling gewünscht habt.

Aber das ist natürlich erst der Anfang. Von neuen Pickups, über ausgefuchste Schaltungen, bis hin zu neuer Hardware oder sogar eingebauten Effekten ist alles machbar. Matthew Bellamy von Muse hat in seinen Gitarren diverse Effektpedale und Midi-Controller eingebaut. Und Jonathan Dauphinais (www.keybass.com) hat sich einfach ein komplettes Keyboard in seinen Bass gebaut. Sein Kommentar: „Die Musik verändert und entwickelt sich, und das müssen auch die Instrumente tun.“

Also, werdet kreativ, probiert Dinge aus und sprecht mit eurem Gitarrenbauer des Vertrauens! Zu verrückt gibt es nicht und erlaubt ist sowieso alles.

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